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Urkundlich erwähnt wird Hüttenberg das erste Mal im Jahre 1266 zwar unter der Bezeichnung „Huttenberkch”. Man nimmt an, dass dieser Name von „Hüttenwerk” abgeleitet wird. Das Wappen wurde Hüttenberg 1492 durch Kaiser Friedrich III verliehen.

Die Geschichte Hüttenbergs und auch das Brauchtum und die Tradition sind stark vom Bergbau geprägt.

Zum Zentrum des Bergbaues wurde Hüttenberg wahrscheinlich zur Zeit der Kelten und Römer. Das „Ferrum Norricum” – das Hüttenberger Eisen – war wegen seiner hervorragenden Qualität im Römischen Weltreich äußerst beliebt. Überreste von Schmelzgruben und Windöfen aus Zeiten der Römer wurden unter anderem in Lölling und Obersemlach gefunden. Ersetzt wurden diese später durch die sogenannten Stucköfen in den Tälern, ihnen diente die Wasserkraft als Antrieb der Blasbälge. Eine weitere Erleichterung der Eisenerzeugung stellte die Einführung der Floßöfen dar. Die Floßöfen erzielten erstmals eine Einsparung an Eisen und Kohle und ermöglichten einen regelmäßigen Schmelzbetrieb. Ein solcher Floßofen ist in der Schottenau zu sehen, errichtet im 18. Jahrhundert durch die Compagnie Rauscher.

Immer wieder kam es zu Knappenaufständen, die Knappen streikten, um auf die schweren und ungerechten Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Erste Wiederstände gab es am Anfang des 17. Jahrhunderts. Im Jahre 1712 streikten die Knappen abermals auf der Kreuztratte. Grund für diesen Streik war Bergrichter Rauscher, der Bergrichter und Gewerkschaft gleichzeitig war, was jedoch damals noch erlaubt war. Nach wochenlangem Streik wurde ein neuer Bergrichter bestellt. Der letzte Streik fand wieder auf der Kreuztratte 1759 statt, doch dieses Mal kam es zur Niederlage der Knappen. Maria Theresia erließ daraufhin die Berg-, Deutsch- und Bergwerksordnung für Hüttenberg. Bereits im Jahre 1742 verfasste Maria Theresia den „Knappenfreiheitsbrief”, darin wurden die Rechte und Freiheiten der Knappen zusammengefasst. Schon 1535 erarbeitete Kaiser Ferdinand einen Bergordnungsentwurf, welcher erst im Jahre 1567 veröffentlicht wurde.

Hochöfen in HeftDer Bau der Hochöfen in der Heft begann im Jahre 1857. Neben den Hochöfen „Jochann-Ernst” und „Pulcheria” erbaute Compagnie Rauscher unter anderem ein Maschinenhaus, ein Kohlemagazin sowie einen Erzbunker. Das Erz wurde von der Barbarabremse über eine Erzbahn, die zur selben Zeit errichtet wurde, zum Erzbunker gebracht. Der Hochofen „Eduard” wurde 1882 von der HEWG (Hüttenberger Eisenwerksgesellschaft) erbaut. Auf Grund des Fortschritts und der schlechten wirtschaftlichen Lage, wurde dieser jedoch als letzter Hochofen Kärntens 1908 niedergeblasen. Heute sind die Hochöfen „Johann-Ernst” und „Pulcheria” vereint mit der modernen Architektur des Architekten Günter Domenig zu besichtigen. 1995 fand die Kärntner Landesausstellung „Grubenhunt & Ofensau” in der Heft statt.

Der „Johannaofen” in der Lölling wurde von den Gewerken Dickmann-Secherau 1822 erbaut. Zwei weitere Öfen wurden 1839 und 1846 errichtet, der „Eugenofen” und der „Albertofen”. Teile des „Johannaofens” sind heute noch zu sehen. Um die Beförderung des Erzes zu den Hochöfen in der Lölling zu gewährleisten, setzte Eugen Dickmann-Secherau erstmals Eisenbahnschienen ein. So entstand eine moderne Schmelzanlage. Beim Restaurant Neugebauer kann man noch heute das Waklergebläse, eines der ältesten Gebläse Europas, besichtigen.

1869 schlossen sich die Compagnie Rauscher, Dickmann-Secherau und noch weitere in Hüttenberg tätige Gewerkschaften zusammen und gründeten die „Hüttenberger Eisenwerksgesellschaft – HEWG”. Dieser Zusammenschluss wirkte sich sehr positiv aus, es wurde wieder investiert und umgebaut. Das Grubenhaus in Knappenberg beim Erbstollen wurde errichtet. Bis zum endgültigen Aus des Bergbaues in Hüttenberg gab es im Grubenhaus die Bergdirektion, die Schichtkanzlei, eine geologische Abteilung und eine Vermessungsabteilung. Unmittelbar beim Grubenhaus befindet sich der Knappenberger Erbstollen. Dieser wurde bereits in der Bergordnung von 1547 genannt und nochmals in der Karolinischen Bergordnung 1563. Heute befindet sich dort das Schaubergwerk. Von Mai bis Oktober gibt es dort täglich interessante Führungen, die das Leben „unter Tage” zeigen. Auch eine Verlängerung der Bahnstrecke von Mösel nach Hüttenberg konnte die HEWG 1869 durchsetzen.

1881 wurde die HEWG von der Österreichischen Alpine Montangesellschaft übernommen. Nach und nach wurden die Eisenwerke geschlossen. Nach einem kurzen Aufschwung im Jahre 1901 wurden schließlich auch die Hochöfen in der Heft niedergeblasen und 1978 wurde der Erzbergbau in Hüttenberg endgültig geschlossen.

Noch heute ist die Vergangenheit Hüttenbergs allgegenwertig. Teile alter Hochöfen und Anlagen sind in der Gemeinde zu finden und durch das Schaubergwerk bleibt der Bergbau in Hüttenberg lebendig. Ein weiteres traditionelles Ereignis aus der Zeit des Bergbaus ist der Reiftanz, der alle drei Jahre am Sonntag nach Pfingsten stattfindet.